Unser neuer Campingplatz am St. Agnes Beacon Hügel ist sehr schön und höher gelegen, so das wir auf die Küste von Cornwall sehen können. Das Wetter ist so lala, aber nicht kalt – genau richtig. St. Agnes ist ein kleines, schnuckeliges Dorf. Man denkt immer da kommt noch mehr, wenn man die Straßen entlang geht, aber da kommt nichts mehr. Der Ortskern um die Kirche spielt sich auf 500 belebten qm ab. Wir bemühen zur Abswechslung mal wieder die Waschmaschine auf dem Campingplatz und nutzen Sonne/Wind als Wäschetrockner, bevor das Wetter wieder schlechter wird.
Am nächsten Tag siehts aber noch ganz gut aus und wir beschließen mit dem Doppeldeckerbus nach Truro zu fahren. Das Internet ist hier so langsam wie im Mittelalter. Ansonsten sind die Engländer in Sachen Apps und kontaktloses Bezahlen sehr fortschrittlich. Ich nutze meine Morgenstunde (Heide pennt meist 1-2 Stunden länger) und beschäftige mich mit der First Bus App und dem Bus Checker, so dass ich dann auch online die Fahrkarten kaufen kann. Der Bus Checker ist klasse und zeigt einem überall an wo und wann welcher Bus fährt. Was haben wir bloß früher ohne Internet, Google und Co gemacht?
Die Bushaltestelle ist allerdings 2 km von uns entfernt und wir wollen dann die Räder bis zur Bushaltestelle nehmen. Pustekuchen – mein Rad hat einen schleichenden Plattfuß und die billige Luftpumpe aus Portugal (Decathlon) von der letzten Reise zerlegt sich soeben in seine Einzelteile. Voll Schrott. Zuhause haben wir Unmengen an Luftpumpen. Naja, dann gehen wir eben nach dem Frühstück zu Fuß zum Bus. Allerdings fährt der schon in 40 Minuten – wir müssen also quasi mit dem Brot in der Hand und im Stechschritt zur Bushaltestellen sprinten, wenn wir den noch kriegen wollen. 2 Minuten vor Abfahrt sind wir an der Bushaltestelle – puh. Aber nichts ist so unzuverlässig wie Busse und er hat 15 Minuten Verspätung. Macht aber nichts, so konnten wir noch ein bisschen runterkühlen. Da kommt der Doppeldecker auch schon um die Ecke und macht keine Anstalten anzuhalten. Heide fuchtelt wie wild mit den Armen und er bremst dann noch kurz nach der Haltestelle voll ab. Der wäre einfach weitergefahren. Also nächstes Mal immer schön am Rand stehen und winken wenn er kommt.
Ich freue mich, dass ich die Strecke nicht mit dem Womo fahren muss. Bus ist hier die beste Alternative. Der brettert hier auch durch die Büsche als wäre es das normalste von der Welt. Wir könnten sicherlich auch viel mit dem Fahrrad unternehmen – aber die meisten Stecken sind von Hecken so zugewachsen, dass man Kilometerlang nichts sehen würde – außerdem sind die Straßen für Radfahrer echt gefährlich. Es passen ja schon keine 2 Autos nebeneinander und dann noch Radfahrer, das wird brenzlig und macht nicht wirklich Spaß. Man sieht auch nicht viele Radfahrer. Aber die Busse hier sorgen für super Sightseeing und sind nicht teurer als das Parkticket, dass man auch in jeder Stadt bräuchte.
Truro ist eine sehr schöne kleine Stadt. Wir sind den ganzen Tag durch die vielen schönen Geschäfte und Straßen gelaufen. Man muss in England echt aufpassen das man nicht in einen Kaufrausch verfällt. Es gibt hier einfach viele tolle, schöne und auch witzige Dinge, von Second Hand bis Neu. Geburtstagskarten, Grußkarten und sonstige Karten scheinen in England sehr beliebt zu sein. Allein in Truro gab es mindestens 3 Läden davon, dicht beeinander und machen keine Anstalten pleite zu gehen. Ansonsten gibt es in Truro wirklich alles zu kaufen was man braucht, außer einen Kaffeefilterhalter. Das scheint hier nicht die bevorzugte Art Kaffee zu kochen zu sein. Unser Halter gibt den Geist auf. Naja dann eben doch mit Panzertape reparieren. Aber dafür haben wir u.a. eine neue Luftpumpe, Fahrradschlauch und viele schöne Kleinigkeiten bekommen.































