Tintagel, Boscastle und Umgebung

Am nächsten Morgen fahren wir dann wieder weiter Richtung Tintagel. Eine falsche Straße gewählt und schon schrammt das Wohnmobil durch die Büsche. Wäre die Straße noch ein bisschen enger geworden, wären wir wohl steckengeblieben. Ich bin hier sehr auf meine Beifahrerin angewiesen und wir müssen öfter mal über einen Witz lachen. “Die letzten Worte eines Beifahrers?” – “Rechts ist frei” 🙂
Aber der Rest der Strecke war relativ problemlos und das der Mittelstreifen plötzlich weg ist und man sich mit entgegenkommenden Fahrzeugen die Fahrbahn teilen muss, ist schon zur Gewohnheit geworden. Der Campingplatz vor Tintagel ist der Hammer! Wir stehen am Rande der Küste und blicken direkt aufs Meer und später auf den spektakulären Sonnenuntergang. Hier bleiben wir 7 Tage.
Am nächsten Tag machen wir uns zu Fuss auf den Weg nach Tintagel, Merlin und König Artus besuchen. Dazu nehmen wir den South/West Wanderpfad, der uns schon die ganze Küste begleitet. Kann ja nicht so schlimm sein, die paar Kilometerchens. Naja, wenn es denn nicht so affenheiss und windstill wäre. Es geht manchmal gewaltig bergab und dann gewaltig wieder bergauf. Aber die Aussicht ist grandios. Nach gut 2 Stunden Wanderung in praller Sonne kommen wir in Tintagel an. Hochsaison und Ferien – das kleine Dorf voll mit Touristen. Wir nutzen gleich mal wieder unseren English Heritage Pass und wollen das Tintagle Castle besichtigen. Dazu gehts mal wieder steil bergab und bergauf. Für die Besichtigung hätten wir zusammen regulär 50 Pfund bezahlt. Den Beitrag für die Mitgliedschaft haben wir damit locker abgearbeitet, alles was jetzt noch kommt ist umsonst. Viel von der Burg zu sehen gibt es eigentlich nicht mehr und überhaupt fragen wir uns warum das eigentlich so viel Eintritt kostet und es doch so relativ wenig zu besichtigen gibt? Es ist eben der geschichtsträchtige Boden unter unseren Füßen. Auch die paar Läden in Tintagel sind auf Mythen und Sagen ausgerichtet.
Von der Sonne schon so richtig durchgebraten wollten wir eigentlich mit dem Bus zurückfahren. Der fährt aber erst in 1,5 Stunden. Eigentlich sind es ja auch nur noch knapp 2 km zurück zum Campingplatz, wenn man denn die Straße nehmen will, die ja meistens mit Hecke umschlossen ist und die Hitze dort steht. 35 Grad haben wir bestimmt und wir können gar nicht so viel trinken wie rausläuft. Also laufen wir einfach ein Stückchen Straße und dann wieder auf dem Wanderpfad an der Küste zurück. Steil bergab und steil bergauf. Die letzten 100 Meter ziehen sich hin wie Kilometer – raus aus der Sonne ist nur noch unser einziger Gedanke und das die Beine den Rest auch noch schaffen. Wer hier unkonzentriert ist und stolpert stürzt die Steilküste hinunter. Heides Fitbit meldete am Ende des Tages 87 Etagen, über 20.000 Schritte, 15 km, 3278 kcal – und so fühlten wir uns auch. Es dauerte eine Weile bis wir uns wieder regeneriert hatten.
Eigentlich dachten wir, uns würden am nächsten Tag die Beine o.ä. wehtun – aber dem war nicht so. Es wurde wieder affenheiß (warum verwendet man eigentlich immer Tiernamen im negativen Sinne? affenheiß, schweinekalt, blöde Kuh, fette Schnecke….)
Nun sind wir schon so viel gelaufen, dann können wir auch weiterlaufen und entschließen uns zum St Nectan’s Waterfal, hier in der Nähe zu wandern. Der Weg dorthin ist sehr schön. Kurz vorm Wasserfall werden es immer mehr Leute und beim Wasserfall selbst ist es dann schon sehr voll. 10 Euro pro Person soll es auch Eintritt kosten. Das sahen wir beide nun nicht ein und haben stattdessen lieber eine Kugel Eis gegessen und die Leute beobachtet. Manche wandern ja echt in Badelatschen. Scheint auch ein “esoterischer Ort” zu sein, der aber durch die vielen Touristen ganz sicher kein magischer Ort mehr ist. Im Souveniershop bekommt man alles was man für die Esotherik benötigt und es riecht überall nach Räucherstäbchen, die aber eher wie Mottenkugeln dufteten. Gut durchgeglüht kommen wir wieder auf dem Campingplatz an. Die Fitbit sagt 76 Etagen, 15.000 Schritte und 10 km.
Am nächsten Tag sind wir dann zum Strand runter gelaufen. Das Wetter soll schlechter werden, also nutzen wir das schöne Wetter noch mal aus. Man kann den Strand von unserem Stellplatz sehen, aber der Weg dorthin ist trotzdem mit vielen vielen Schritten und Unwegsamkeiten versehen. Deswegen ist der Strand auch nicht voll. Wer hier hin geht, darf nicht faul sein und muss einige Anstrengungen in Kauf nehmen. Den Strand gibts auch nur bei Ebbe. Der letzte Rest bis zum Wasser geht dann nur noch an einem Seilzaun und das allerletzte Stück mit einem losen Seil. Heide war ziemlich schnell unten, ich habe eine Weile gebraucht um mich da runter zu “seilen”. Zurück sind wir dann einen anderen Weg gegangen. Nicht ganz so steil, dafür aber länger. Am Strand hätte man Miesmuscheln pflücken können und am Abend liegen sie wieder unter Wasser.
Tags darauf regnet es und wir bleiben den ganzen Tag im Womo und beschäftigen uns mit unseren Hobbys. Auch mal gut gar nichts zu machen.
Inzwischen sind wir so fit zu Fuß das wir in der Woche dann noch nach Boscastle gelaufen sind. Wieder am Küstenwanderpfad entlang. Boscastle selbst ist auch ganz niedlich. Aber auch hier erstaunlicherweise sehr viele Touristen und das Örtchen hat man in 1 Stunde erkundet.
Unser nächstes Ziel ist 7 Tage an der Küste von St. Agnes

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