Nach dem Frühstück machten wir uns wieder auf den Weg, Gavarnie soll ja ganz schön sein. Wie gut das wir vorher nicht wußten, was wirklich auf uns zukommt. Die Straßen wurden immer sepentiniger, immer steiler, immer schmaler und dann ab 1500 Meter Höhe auch gänzlich ohne Geländer. Manchmal konnte man in den gigantisch tiefen Abgrund sehen, manchmal aber auch gar nichts, weil wir durch Wolken gefahren sind. Ich wußte nicht was schlimmer ist. Sehen wo man wirklich langfährt oder den Nebel. In 1700 Metern Höhe gab es dann auch zusätzlich Kühe, Ponys, Motorradfahrer, Rennradfahrer und Wohnmobile auf der Straße. Heide saß kreidebleich im ihrem Sitz festgekrallt und ich dachte “jetzt bloss nicht die Nerven verlieren, was die Fahrer der Tour de France schaffen, schaffen wir ja wohl mit einem Wohnmobil?” Mir wurde selbst auch so flau im Bauch, dass ich daran dachte umzukehren. Aber Wendemöglichkeiten gab es keine. Also AUGEN AUF und durch! Rechts am Straßenrand ist fast überall in den französischen Bergen ein Miniabgrund, damit das Wasser von den Bergen ablaufen kann. Eine falsche Bewegung oder Ausweichmannöver, weil mal wieder nicht 2 Autos nebeneinander passen und man fährt mit einem Reifen in den Miniabgrund. Das wär es dann – Reise beendet – und kapitaler Schaden am Fahrzeug. Also lieber anhalten, wenn man denkt es passt nicht und vorsichtig aneinander vorbeibuchsieren. Auf der Strecke haben wir dann auch tatsächlich einen Van gesehen, der mit dem Hinterrad im Miniabgrund stecke. Abschleppwagen stand auch schon da. Er tat mir echt leid.
Grandios war die Strecke aber allemal. Ein wirklich tolles und beeindruckendes Stückchen Erde und schocken kann uns nun auch gar nichts mehr. Schlimmere Bergstrecken kann es nur noch unaspaltiert geben und die würden wir mit Womo nicht fahren. Meine Bewunderung haben aber die Rennradfahrer, die solche Strecken bewältigen und so nah am Abgrund entlangrasen, wo wir nur mit 25 kmh fahren.
Heide meinte aber trotzdem, dass sie besser schlafen könnte, wenn wir am nächsten Tag wieder flachere Gefilde ansteuern würden und nicht auch noch die Tour de France Strecke “Col du Turmalet” mit dem Womo mitmachen würden. Also peilen wir für die Weiterfahrt dann mal Richtung Lourdes und raus aus den Pyrenäen an.
Auf einem Womo-Stellplatz in Gavarnie haben wir dann übernachtet. Das kleine Städtchen haben wir uns dann auch noch ein bisschen angesehen, fanden es aber merkwürdig und eigentlich bestand es auch nur aus überteuerten Souvenierläden und Restaurants die eigentlich gar nicht richtig auf hatten. Man merkt das hier nur Wanderer oder im Winter Skiläufer sind. Am nächsten Morgen kamen dann auch Massen von Wanderern angewandert. Da wir ja nicht so die Wanderer, eher die Radfahrer, sind reihten wir uns nicht in die Schlange der Wanderer ein und fuhren wieder weiter.
Uns wird die Strecke “D918 Col D’Aubisque” immer in guter Erinnerung bleiben 🙂



























