Randaberg, Karmøy und Førde

Wir fahren morgens nur ein paar Kilometer weiter von Stavanger nach Randaberg. Kaufen ein paar Lebensmittel ein und stellen uns auf einen kostenlosen Platz, der auf einem Hügel liegt. Wir haben Panoramablick über eine schöne Fjordlandschaft und beobachten die Berufsschiffahrt, die unermüdlich die Fjorde auf und ab fahren. Auch die Kreuzfahrtschiffe fahren hier vorbei. Der Platz ist herrlich ruhig, auch wenn sich noch ein paar Bobils dazugesellen. Wir haben die ganzen Tage schon super Wetter und die Sonne scheint gefühlt 24 Stunden. Um 23 Uhr geht sie ein bisschen unter, um 2 Uhr siehts etwas dämmerig aus und um 4 ist sie wieder da. Wie gut das wir das Wohnmobil einigermaßen gut verdunkeln können.
Am nächsten Tag machen wir uns gegen Mittag auf den Weg nach Karmøy. Auf der Karte sah die Strasse dorthin aus wie eine Brücke, war aber ein Tunnel der tief unter den Fjord führte. Tunnelbauen haben die hier echt drauf. Die Hauptstraße führt z.B. in Stavanger unter der Erde durch Stavanger. Elbtunnel gewöhnt fahren wir also in den Tunnel, der ein wahnsinns Gefälle hat. Ich muss fast ständig auf der Bremse stehen, weil wir sonst wie eine Rakete dadurch schiessen würden. Boah uns ist irgendwie unheimlich bei dem Gedanken, so extrem tief unter dem Fjord zu fahren. Während dieser Schussfahrt fängt plötzlich der Bordcomputer unseres Womos wie wild, extrem laut, zu piepen und blinkt irgendwas in Rot. WAS IST DAS? Explodieren wir jetzt? Oder will uns der Navi sagen, dass wir soooo tief unter dem Meeresspiegel sind, dass wir abgesoffen sind? Nachdem wir dann mit rasendem Herzklopfen alle Lampen gecheckt haben, hab ich den Navi einfach ausgeschaltet. Boah, was war das denn? Voll Adrenalin fahren wir weiter in diesem gruseligen Tunnel. Als es dann, im Tunnel, genauso steil bergauf, wie bergab ging, fing mein Handy an, in genau der gleichen schrillen Tonlage zu piepen wie zuvor unser Bordcomputer. In der Überschrift der Nachricht auf dem Handy erscheint “unmittelbare Gefahr” und ein fettes Ausrufungszeichen. Was ist denn los?? Als wir dann die Nachricht auf dem Handy übersetzen konnten – erst Norwegisch und dann kam sie auch auf Englisch, erkannten wir das die Norweger ihr Emergency System getestet haben und an alles was auch nur irgendwas empfangen kann, dieses Notsignal gesendet hat. Meine Güte und das alles während der Fahrt im Tunnel. Meine Fitbit zeigte mir später an, dass ich über einen ziemlich langen Zeitraum einen Puls von fast 120 hatte. Wir waren danach fix und foxy. Danach fuhren wir dann noch 30 Minuten mit der Fähre von Mortavika nach Arsvågen und weiteren diversen Tunnels, die sogar mehrere Kreisverkehre unter der Erde hatten.

Ein schöner Stellplatz am Meer und Hafen auf Karmøy entschädigte uns dann aber für die energieverlustreiche Fahrt.
Tags darauf sind wir dann, nach dem Frühstück, eine Runde mit den Rädern gefahren und haben uns Akrehamn angesehen. Sehr schöne Strände gibt es hier und Heide musste auch unbedingt noch mal ins Wasser. Bis Hüfte hat sie es auch geschafft – bei 11 Grad Wassertemperatur! Ein Wunder das ihr nicht Körperteile klirrend abgefallen sind.
Nachmittags haben wir uns dann wieder auf den Weg Richtung Bergen gemacht und vor dem nächsten gruseligen Fjordtunnel in dem kleinen Örtchen Førde, direkt am Wasser, einen schönen Parkplatz gefunden und dann auch noch den wunderschönen Rex-Garden hier zufällig entdeckt. Der Himmel ist strahlend blau und die Sonne scheint und scheint und scheint. Wieso singt man eigentlich “Die Sonne scheint bei Tag und Nacht – e viva espana”? Die Norweger könnten das singen – aber nicht die Spanier 😉

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