Fairleigh Hungerford Castle und Yeo Valley Organic Garden

Wir machen uns nach dem Frühstück wieder auf den Weg. Heute haben wir uns nur das Fairleigh Hungerford Castle vorgenommen, was auf unserem Weg lag. Unterwegs waren wir dann noch bei Lidl einkaufen. Lidl und Aldi gibts hier auch wie Sand am Meer. Da England ja grundsätzlich teurer ist, müssen wir schon so ein bisschen aufs Geld achten. Schön ist aber, dass auch Aldi und Lidl hier die britischen Produkte verkaufen und überhaupt sind die Engländer da etwas vorbildlicher als wir. Auch bei der Sache mit dem Plastik. Nach ca. 30 Km erreichen wir das Castle. Mehr ja eine Ruine – aber trotzdem sehr interessant. Die Crypta und die Mördergrube fand ich allerdings etwas gruselig – zumal man sich hautnah vorstellen konnte, wie es da unten in der Mördergrube wohl so war.
Weitere 30 km später kamen wir dann an unserem “Farm Platz” an. Riesige Wiese im Nirrwana. Manchmal weiß man vor lauter Platz gar nicht wo man sich hinstellen soll 😉 Das Wetter wurde schlechter und windiger. Für die Nacht aber genau richtig temperiert 🙂

Am nächsten Morgen machten wir uns zeitig auf den Weg, weil wir für 10 Uhr Tickets im Yeo Valley Organic Garden hatten. Sind ja nur ein paar Kilometer. Leider nieselt es so vor sich hin. Aber es ist nicht kalt und so latschen wir im 20 Grad warmen Regen durch den Garten, der auch bei Regen sehr schön ist. Heide sammelt hier ohne Ende Blumensaat und alles was sie an Pflanzen findet, wird bei Google Lens identifiziert. Sie hat sich schon viele kleine Tütchen gebastelt. Bin gespannt wann die Pflanzen sich bei uns zu Hause im Garten alle wiederfinden 🙂

Wir haben heute ausnahmsweise mal einen längeren Weg vor uns. 160 km bis in die Nähe von Woolacombe. Und 160 km können sich anfühlen wie 400 km bei den engen Straßen. Anfänglich gehts sogar sehr gut und wir flutschen so durch. Als Fahrer kann ich nicht sehr viel nach Rechts und Links gucken, man muss schon sehr aufpassen. Es liegen auch schon genug abgefahrene Aussenspiegel am Straßenrand, da muss sich unserer ja nicht dazugesellen. Da steht zwar immer Slow, aber die LKWs brettern an einem vorbei. Heide sollte mir mal sagen wieviel Platz da zwischen unserem Spiegel und LKW noch ist, hat aber dann meistens die Augen in dem Moment zu und ich halte die Luft an 😉 Spätestens wenn der Mittelstreifen plötzlich weg ist, weiß man das hier dann nur noch 1 Auto zur Zeit durchpasst. Aber bis Minehead kommen wir trotzdem sehr gut durch.
Danach nimmt das Elend seinen Lauf. Ich hatte die Küstenstraße gewählt, man will ja schließlich was sehen. Aber eigentlich sieht man gar nichts, weil man gefühlt durch eine grüne Bobbahn fährt. Akkurat aus den Büschen und Bäumen passgenau ausgeschnitten durch die man hindurch fährt. Sehen tut man da nur Grün, Tunnelblick sozusagen. Aber das war ja noch nicht das Schlimmste. Es ging bergauf – aber wie! Ich las noch mit einem Auge das Caravans eine andere Strasse nehmen sollen, fuhr aber da schon in die Straße rein und dann ging es nach einer Kurve bergauf. 25% Steigung hab ich nicht mal in den Pyränen erlebt. Das war vom Gefühl her senkrecht nach oben. Blitzartig Wohnmobilautomatik auf Handschaltung umstellen, Ecomodus aus und Vollgas geben. Ein innerer Drang in mir wollte sofort umdrehen, aber dafür war es zu spät. Wo denn auch? Zur engen Straße gesellte sich die Steigung und Autos kamen auch noch von vorn. Gefühlt rollte ich rückwärts wieder nach unten.
Oben angekommen war natürlich eine super Woau-Aussicht – aber ich brauchte 30 Minuten um mich von der Panik zu erholen. Die Straße fahre ich ganz sicher kein 2. Mal! Einatmen – ausatmen – einatmen…
Wieder runter war nur halb so wild bis es dann wieder nach oben ging mit 25% Steigung auf engen Straßen und engen Kurven. Boah….ich war froh und fix und foxi dann endlich den Campingplatz erreicht zu haben. 50 km Höllenfahrt – aber die Aussicht auf das Meer vom CP entschädigt uns. Nächstes Mal vielleicht doch lieber die Autobahn? 😉 Hier bleiben wir jedenfalls erstmal 5 Nächte

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