Früh am Morgen, Petra hat sich den Wecker gestellt, geht es weiter. Ronda lassen wir hinter uns. Wir wollen wieder Richtung Mittelmeer. Eines ist uns aber klar. Heute laufen wir nicht mehr ganz so viel. Das war doch anstrengend gestern. Ich nehme mir mein Strickzeug mit ins Fahrerhaus, um mir die Fahrzeit zu vertreiben. Daraus wurde aber nichts, denn wir fahren mal wieder eine spektakuläre Strecke bis über 1000 Meter! Also wechsle ich vom Stricken zum Fotografieren. Wir fahren durch die “ weißen Dörfer “, sehen Adler, die Geier waren und genießen die tolle Landschaft. Die Zeit vergeht wie im Flug und wie aus dem Nichts sehen wir auf einmal das Meer zwischen den Bergen. Wir entdecken die ersten Häuschen einer größeren Stadt. Sie sind hübsch und es ist hier sehr sauber. Das gefällt uns. Da wir noch einkaufen müssen, steuern wir einen Lidl an. ( Die gibt es hier in jeder Stadt) Wenn Petra einkaufen geht, mache ich oft das Wohnmobil etwas sauber. So auch heute. Wo genau soll’s denn nun hingehen. Während unserem verspätetem Frühstück, schaut Petra mal, was es hier alles für Möglichkeiten gibt. Es wird ein Stellplatz am Yachthafen direkt vor der Grenze und Flughafen Gibraltars. Sehr ruhig gelegen, mit Blick auf die vielen Segelschiffe und Yachten. Ich möchte unbedingt nochmal los, um zu sehen, ob wir ohne Negativtest über die Grenze kommen (Gibraltar ist ja England) und ja wir brauchen keinen Test, nur unsere Personalausweise. Nun wird es very Britisch. Rote Doppelstockbusse, rote Telefonzellen und es wird feinstes Englisch gesprochen. Ach Petra lass uns doch noch ein Stück gehen, wenigstens bis in die Fußgängerzone!!! Dazu kommt dann noch der Hafen und der lange Rückweg. Puh, wir sind noch mehr gelaufen, als am Tag davor und sind völlig erledigt, als wir wieder am Wohnmobil ankommen und schlafen ganz wunderbar.
Am nächsten Vormittag geht es nochmal mit den Rädern los. Wir wollen Gibraltar einmal umrunden. Das sind etwa 15 km! Also nicht viel. Bloß nicht mehr laufen! Ich bin so gespannt- können wir wirklich Afrika sehen? Wir werden nicht enttäuscht! Wir sehen den anderen Kontinent und ich bin begeistert. Mein erster Gedanke geht dann aber doch an die vielen Flüchtlinge, die den Weg über dies Stückchen Meer nicht geschafft haben und dabei ist es garnicht weit. Es sind auch etwa nur 15 km. Trotzdem bin ich überwältigt! Bei einem Eis und einem Latte schauen wir auf Afrika!
Morgen wollen wir weiter in Richtung Portugal. Wenn wir weiter so rumtrödeln, schaffen wir das gar nicht bis April, aber letztendlich ist der Weg das Ziel und es ist ein wunderschöner Weg!
Nochmal zu Afrika. Es ist unglaublich, dass ich diesen Kontinent sehe. Automatisch denke ich an die DDR Zeit zurück. Damals wäre ich nicht mal bis Hamburg gekommen und heute stehe ich kurz vor dem anderen Kontinent und wenn ich es wollte, könnte ich ihn auch besuchen.
Einfach herrlich, unbeschreiblich schön!























